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Newsletter #9: Was uns 2019 im Digitalen erwartet

Revue
 
 

Newsletter: Ein Gedanke, eine Mail

30. Dezember · Ausgabe #9 · Im Browser ansehen

Mein Motto: Einfach machen. 🚀 Du erhĂ€ltst von mir in diesem Newsletter Anmerkungen und Hinweise zu Bemerkenswertem in der digitalen Welt – aber fokussiert: ein Gedanke, eine Mail. Lieferrhythmus dann und wann.


2019 ist ein Jahr unter vielen, dennoch möchte ich einen Ausblick wagen: Was bewegt uns im neuen Jahr im Digitalen?

Social Media
Die steilste Kurve legt fĂŒr mich LinkedIn hin – nicht weil der Dienst so tolle Inhalte liefert, sondern weil er unter der Ägide von Microsoft recht aggressive Methoden eingefĂŒhrt hat. Da ist etwa der regelmĂ€ĂŸige Versuch, die AdressbĂŒcher seiner Nutzer abzugleichen. Oder das offenbar erfolgreiche Unterfangen, Nutzer zu sinnlosen Interaktionen zu bewegen: XY ist seit fĂŒnf Jahren bei Firma YZ – gratuliere ihm dazu! „Gratuliere zur neuen Stelle!“ Gerade fĂŒr Jobsuchende wird es fast unertrĂ€glich, von LinkedIn auf anonyme Profilbesuche hingewiesen zu werden – es könnte ja ein potenzieller Arbeitgeber gewesen sein. Warum der Dienst vor allem aber so erfolgreich ist, zeigen mir Veröffentlichungen großer Unternehmen: Wenn etwa Joe Kaeser von Siemens auf Twitter die AfD angeht, folgt unmittelbar darauf ein ausfĂŒhrliches ErklĂ€rstĂŒck im persönlichen Account des Managers auf LinkedIn. Design und Richtung des Beitrags vermitteln so etwas wie professionelle Kommunikation, und doch kommt sie persönlich daher.
KĂŒnstliche Intelligenz
Der Hype um kĂŒnstliche Intelligenz erhĂ€lt ja regelmĂ€ĂŸig einen DĂ€mpfer, sobald die Maschinen mich sowohl auf dem Festnetztelefon, dem Smartphone, per Mail und per Push-Benachrichtigung auf einen eingetroffenen Anruf hinweisen. Könnte die Intelligenz nicht automatisch erkennen, welche einzige Benachrichtigung gerade ausreicht, da ich gerade am Schreibtisch in der NĂ€he des klingelnden Telefons sitze? Da gibt es sicher noch mehr zu tun. Als erstes, sĂ€mtliche Benachrichtigungen abzuschalten.
Ein Trend aber will mir nicht mehr aus dem Sinn: ein Algorithmus fĂŒr gute Texte. Vorausgesetzt, man verfĂŒgt ĂŒber interessante Inhalte. Dann unternimmt etwa das Plugin Yoast SEO bei Wordpress eine Lesbarkeitsanalyse: Problematisch ist dann etwa, wenn man keine ZwischenĂŒberschriften nutzt. Und zu wenig ĂŒberleitende Wörter in seinen Text eingebaut hat. Passive Sprache kann die Maschine ebenfalls ganz gut brandmarken, und zu lange SĂ€tze und AbsĂ€tze fließen außerdem in die Bewertung ein. Nur bei der „Flesch Reading Ease“ stolpert die Maschine gelegentlich, da steht dann allen Ernstes: „The copy scores 41.2 which is considered schwer tu read.“ Meine Prognose: 2019 halten diese TextprĂŒfer Einzug in die großen CMSe. Und spĂ€testens in zwei Jahren sind sie Bestandteil ganz normaler Redaktionen.
Automatismen
Bei Facebook haben sie vor zwei Jahren eine Firma eingekauft, die Social-Media-Analysen vornimmt. CrowdTangle möchte ich seitdem nicht mehr missen: Aus einem Set an einmal eingestellten Facebook- und Twitter-Accounts schickt die Maschine immer dann eine Mail, sobald ein Beitrag dort gewisse Schwellen der Aufmerksamkeit ĂŒbersteigt. Das hilft enorm, das Unwichtige und Nichtbeachtete auszusieben. Besonders hilfreich: Wenn nichts passiert, kommt auch schon mal keine Mail.
Newsletter
Nicht erst seit Einrichten des eigenen Newsletters ahne ich, dass dem Genre der Mails im Jahr 2019 noch einmal eine besondere Bedeutung zukommt. Öffnungsraten von 60 oder 70 Prozent sind durchaus machbar, und persönlicher geht’s kaum noch. Da ist fĂŒr viele Unternehmen noch Luft: Ein interessantes Experiment ist der Digital-Newsletter „Background“ des Tagesspiegels. Sportliche 179 Euro kostet der Bezug pro Monat, 139 Euro bei einer Mindestlaufzeit von 24 Monaten. Wie viele Nutzer man mit kostenlosen Newslettern erreichen kann, beweisen regelmĂ€ĂŸig Lorenz Maroldt, Florian Harms und Gabor Steingart.
Podcasts
Das gesprochene Wort aus berufenem Mund wird 2019 noch populĂ€rer, sobald es ergoogelbar ist. Podcasts werden mittelfristig bedeutender, denn Google will das Genre in seine Suche integrieren. Und dabei geht es nicht nur um die Metadaten, die die Inhalte des Podcasts beschreiben; eine automatische Spracherkennung soll die Inhalte transkribieren. Nicht nur fĂŒr Radiosender brechen so neue Zeiten heran. Auch Youtube-Inhalte können so noch einmal eine weitere Aufmerksamkeitsschwelle ĂŒberwinden.
Weniger schlechte Medien
Der wichtigste Trend aber dĂŒrfte 2019 sein, weniger schlechte Medien zu akzeptieren. Die Überforderung durch Push-Benachrichtigungen, Facebook-Timeline, Likes auf Instagram und gefĂ€lschten oder falschen News selbst in renommierten Medien schlĂ€gt zurĂŒck: Es entwickelt sich eine Sehnsucht zu mehr Ruhe, Gelassenheit und ProfessionalitĂ€t im MediengeschĂ€ft. Vielleicht erleben wir dann auch die erste Blockchain fĂŒr ĂŒberprĂŒfte Fakten, eine Art blaue Haken fĂŒr Videos beispielsweise. Dass es einen Bedarf dafĂŒr gibt, zeigen die sogenannten Deep Fakes – gefĂ€lschte Videos, in denen Protagonisten SĂ€tze in den Mund gelegt werden. Am Ende können nur der Kameramann und die Person selbst die AuthentizitĂ€t belegen – womit wir wieder auf Plattformen wie LinkedIn wĂ€ren, die dazu dienen könnten.
You Won’t Believe What Obama Says In This Video! 😉
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